Die Altenauterasse am Neelewasser mit Sitzgelegenheiten

Henglarn (hv/hk) Gleich doppelt Einweihung feiern, konnten jetzt der Heimatverein Henglarn gemeinsam mit Vertretern der Energiestadt Lichtenau: Zum einen die „Altenauterrasse am Neelewasser“ mit der „Henglarner Bucht“ und zum anderen den Quellgarten. Alles zusammen bildet den Henglarner Park. Der neue erste Vorsitzende Thomas Heinen führte dabei die Vertreter der Vereine, die Ehrengäste und zahlreiche Dorfbewohner gemeinsam mit dem Ortsvorsteher Jürgen Urban von der Terrasse entlang des neuen Spielplatzes über die sogenannte „Henglarner Bucht“ bis hin zum Quellgarten. Begleitet wurden Sie von der Highland Dragon Pipe Band mit ihrem aktiven Spieler und Schulleiter der Grundschule Altenautal Markus Kremer unter der Leitung von Pipemajor Andrea Heger. Sie sorgten in ihrer schottischen Tracht für staunende Gesichter bei Groß und Klein.

Marsch durch den Park mit der der Highland Dragon Pipe Band

Der Park habe sich bislang im Dornröschenschlaf befunden und sei nun wie „wachgeküsst“ zum neuen Leben erwacht, zitierte der Thomas Heinen bei seiner Begrüßung das Planungsbüros Berger.

„Unter Federführung des Wasserverbandes Obere Lippe (WOL), in guter Zusammenarbeit mit der Stadt Lichtenau, dem Heimatverein Henglarn und dem Kreis Paderborn ist hier ein so wunderschönes Naherholungs- und Naturparadies entstanden“ freute sich auch der stellvertretende Landrat Hans-Bernd Janzen. Die Renaturierung der Altenau habe auch wegen der sich verändernden klimatischen Bedingungen unter anderem dazu geführt den immer wichtiger werdenden Hochwasserschutz zu gewährleisten, führte er weiter aus.

Der neue Spielplatz

Im Herbst 2020 wurde die durch den Heimatverein Henglarn in einem LEADER-Projekt erbaute Altenauterrasse am Neelewasser, neben der Bäckerei Zacharias mit angrenzendem Kinderspielplatz fertiggestellt. Diese Terrasse befindet sich zwischen der früheren Wehranlage, die Wasserregulierung für den früheren Mühlengraben und der früheren Furt „Neelewasser“. Auch Sitzbänken und Tische wurden angeschafft. Die Hecken wurden entfernt, so dass auch von der Straße her die Anlage einsehbar ist.

Volker Karthaus Geschäftsführer vom Wasserverband Obere Lippe sagte, dass man an die Altenau vorher an keiner Stelle richtig ran gekommen sei, nun sei sie aufgeweitet und erlebbar gemacht worden. „Das ist ein Paradebeispiel wie man Park und Gewässser zusammen bringen kann!“. Vom Beginn des Paddelteichs  entlang der Bleichwiesen ist der Quellbach renaturiert worden, wobei durch die Verlegung der Mündung und Aufweitung die „Henglarner Bucht“ entstanden ist. Die Kosten betragen hier rund 140.000 Euro, wobei 80 % davon Landesförderung ist. In der Bucht gibt es neu angelegte große Bruchsteine, die ans und über das Wasser führen. Diese werden besonders von Familien gerne angenommen. Zudem ist der Flusslauf hier ganz flach und die Sitzbänke und Waldsofas, die der Heimatverein angeschafft hat, laden Jung und Alt zum Verweilen ein.

Schild „Perlen am Sintfeld Höhenweg“

Im Rahmen des Entwicklungsprojekts „Natur und Kultur für alle“ hat die Stadt Lichtenau den Quellgarten als eine der „Perlen am Sintfeldhöhenweg“ neu erschlossen. In der durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Maßnahme wurde besonders darauf geachtet, dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen die einzigartige Landschaft um den Quellteich erleben können. Entlang des barrierearmen Wegs finden sich Holzstelen mit kurzen Informationen. Über QR-Codes kann man mit dem Smartphone weitere Infos über Flora und Fauna abrufen, oder sich einfach vorlesen lassen. „Das ist ein Pilotprojekt für Lichtenau“ sagte Dr. Matthias Preißler vom Stadtmarketing der Stadt Lichtenau und wies noch auf die neue Internetseite zum Tourismus in Lichtenau unter: www.lichtenau-erleben.de hin, wo man sich die einzelnen Stationen auch von zuhause aus anschauen kann.

Wasserspielplatz im Quellgarten

Im Quellgarten steigt das Nass aus den wasserführenden Schichten tief im Untergrund das Nass in diversen Quelltöpfen an die Oberfläche. Diese Quellen speisen nicht nur die Altenau, sondern haben auch einen einzigartigen Naturraum geschaffen. Um die Quelltöpfe herum ist ein Feuchtgebiet entstanden in dem sich typische Vegetationsformen sowie die zugehörigen Tier- und Pflanzenarten eingestellt haben. Im und um den zentralen Teich leben zahlreiche Fische, Amphibien und Insekten. Und auch im angrenzenden Erlenbruch und der weiteren Auenlandschaft um den Park lassen sich zahlreiche Naturbeobachtungen machen. Außerdem gibt es noch einen Wasserspielplatz für die Kleinen.
„Von den 300.000 €, die hier investiert wurden sind 80 % von der EU gefördert worden!“ freut sich Bürgermeisterin Ute Dülfer. Dieser Bereich wurde in 2018/2019 durch die Stadt Lichtenau als  Teil eines gemeinsamen EFRE-Projekts der Städte Büren, Bad Wünnenberg und Lichtenau angegangen.

Norbert Wiedenstritt, Gemeindereferent im Pastrolen Raum Bad Wünnenberg-Lichtenau, sprach den kirchlichen Segen aus und ergänzte: „ Wo man sich wohlfühlt und seine Seele baumeln lassen kann, da kann man bei sich und bei Gott ankommen!“

angekommen in der Henglarner Bucht: von links: Ehrenvorsitzender Heimatverein Wilhelm Agethen, Johannes Niggemeyer, Birgit Hübner (Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge), Ortsvorsteher Jürgen Urban, stellvertretender Landrat Hans-Bernd Janzen, erster Vorsitzender Heimatverein Henglarn Thomas Heinen, Stadtmarketing Lichtenau Dr. Matthias Preißler, Bürgermeisterin Ute Dülfer, Volker Karthaus (WOL) und Bürgermeister von Bad Wünnenberg Christian Carl

Neben vielen Eigenleistungen mit Muskelkraft hat der Heimatverein Henglarn auch für die Anschaffung der Sitzmöbel, Tische und Waldsofas gesorgt. Thomas Heinen bedanke sich bei allen Unterstützern, den Mitarbeitern des Bauhofes und besonders bei Ideengeber Johannes Niggemeyer und seinem Vorgänger und Wegbereiter Wilhelm Agethen, Diese Projekte seien in der Zeit Agethens als Vorsitzender geplant, umgesetzt und bezahlt worden. Er erwähnte zum Schluss auch die Kinder aus dem Dorf und bedankte sich besonders für ihre aktive Hilfe beim Säubern der Anlage. „Ihr seid unsere Zukunft!“

Vorab konnte der Wasserverband Obere Lippe rund 10 ha Auelandschaft unterhalb der Kläranlage Henglarn renaturieren. Kern der Maßnahme war die vollständige Neutrassierung der Altenau in der zur Verfügung stehenden Fläche. Für die Maßnahme wurden rd. 8.500 m³ Boden bewegt und vor Ort wiederverwendet. Unter anderem wurde zum Altverlauf eine leichte Geländeerhöhung gebaut um das Wasser möglichst lange in der Fläche zu halten. Zudem wurde der vorhandene Wanderweg zwischen Etteln und Henglarn entlang des Bearbeitungsgebietes ausgebessert. „Jetzt, nach Abschluss der Baumaßnahme ist vorgesehen, dass gesamte Gebiet durch eine extensive Großbeweidung zu einer halboffenen Auenlandschaft zu entwickeln.“ erklärt Karthaus.

Auch Birgit Hübner vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge zählte zu den Gästen. Schon 2020 wählte der Naturpark als Start- und Endpunkt für die in Kooperation mit der Stadt Lichtenau neu konzipierte Familien-Radroute „Lebendige Altenau“ den Wanderparkplatz Zimmermannsplatz in Henglarn aus. Ein Highlight dieser Entdeckertour sind die Tour begleitenden Steinskulpturen des regionalen Künstlers Raphael Strauch.

Der Musikverein Henglarn, der Volkstanzkreis und Musikfreunde Hilde Wummel sorgten für kurzweilige Unterhaltung im Quellgarten.

Ortsvorsteher von Henglarn, Jürgen Urban, hatte an diesem Tag auch seinen ersten offiziellen Auftritt und hofft nun, dass es nicht allein dem Heimatverein überlassen bleibe, den Park dauerhaft in Ordnung zu halten: „Wir haben eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft, wenn jede/r etwas mithilft, ist weniger zu tun!“. Man könne aber natürlich auch auf die Unterstützung des Bauhofes zählen, ergänzte er: „Bei Bedarf einfach ansprechen.“

 

Text und Fotos: Helga Kloppenburg

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