28. April 2015 · Kommentare deaktiviert für Henglarn wird 1000 Jahre! · Kategorien: Allgemein, Aus den Vereinen, Dies und Das, Henglarn(er) im Web, Termine

Henglarn wird 1.000!

Henglarn feiert in diesem Jahr sein 1.000-jähriges Bestehen. Mit einem Festwochenende am 15./16. August wird dieses Jubiläum gebührend begangen. Schon seit Monaten laufen hierfür die Vorbereitungen. Der Heimatverein hat einen Festausschuss gebildet, der sich um die Organisation der Feierlichkeiten kümmert.

Auftakt war bereits zum Jahreswechsel 2014/2015 mit einer Silvesterfeier in der Schützenhalle, die große Resonanz hatte. Am Festwochenende wird zwei Tage gefeiert:

Ein Heimatnachmittag im Festzelt auf dem eigens vorbereiteten Festgelände bildet den Auftakt der Jubiläumsfeier am Samstag (15. August). Alle Henglarner Vereine wirken an diesem Tag mit ihren Aufführungen mit, und eine Ausstellung mit alten Bildern gibt einen Einblick in die Henglarner Geschichte. Für alle Henglarner, jung und alt, Alteingesessene und Neubürger, ein Tag, das Dorf und seine Bewohner (neu) kennenzulernen und gemeinsam zu feiern.

Am Sonntag (16. August) lädt ein Markt mit historischen und modernen Ausstellungen, Angeboten und Aufführungen auf dem Festgelände und den angrenzenden Straßen ein. Die Henglarner freuen sich auf ihre Gäste und Besucher aus der Umgebung.

 

Ein kleiner Auszug aus der Geschichte des Dorfes:

Im Jahr 1015 wurde der Ort unter dem Namen „Hengilari“ erstmals urkundlich erwähnt. Damals schenkte der Ritter (Adliger) Meinheri den Ort dem Bischof Meinwerk von Paderborn, um sein Seelenheil zu erhalten. Der Ort bestand also bereits zu diesem Zeitpunkt, aber schriftliche Nachweise darüber sind nicht erhalten. Alten mündlichen Überlieferungen zufolge gab es Henglarn bereits um das Jahr 800. Der Legende nach soll der heilige Meinolfus, der Ende des 8. Jahrhunderts in Böddeken geboren wurde, in Henglarn eine Kapelle eingeweiht haben. Damit fiele die Gründung Henglarns in die Zeit, als Karl der Große in Paderborn die Kaiserpfalz bauen ließ und in die Gründungszeit des Bistums Paderborn.

In den folgenden Jahrhunderten prägte die Landwirtschaft den Ort Henglarn als bischöfliches Vorwerk, das von wechselnden Grundherren verwaltet wurde. Schon sehr früh hatte Henglarn auch eine Kirche. Experten datieren die Grundsockel der Henglarner Kirche (heute Ehrenmal) in die frühromanische Zeit des 8. Jahrhunderts.

Im 16. Jahrhundert gingen Henglarn und seine Nachbarorte an das Domkapitel von Paderborn über, nachdem die Dörfer und alle Flächen von diesem aufgekauft wurden.

Der Ort wuchs mit den Jahren stetig weiter. Um 1600 berichten die Chroniken von der damit notwendig gewordenen Vergrößerung der Kirche und der Anschaffung neuer Glocken. Im Jahr 1894 war der Neubau einer Kirche erforderlich. Die alte Kirche musste später abgerissen werden. Der Turm blieb erhalten und wurde nach dem 1. Weltkrieg zum Kriegerehrenmal umgebaut. Der alte Kirchturm ist heute das Wahrzeichen Henglarns und im Ortswappen abgebildet. Zu besonderen Anlässen wie Schützenfest, zur Margarthen-Prozession im Juli, zum Volkstrauertag u. ä. werden an dieser historischen Stelle Gottesdienste gefeiert.

Wie alle Orte in der Umgebung hat sich das Dorf in den letzten hundert Jahren stark verändert. Stromversorgung und Kanalisation brachten Komfort und Fortschritt. Der aufkommende Straßenverkehr erforderte die Verbreiterung der engen unbefestigten Wege. Einige Häuser im Ortskern und der alte „Mühlengraben“, der direkt neben der Durchgangsstraße von der Postecke nach Atteln verlief, fielen dieser Entwicklung zum Opfer. Seit dem 2. Weltkrieg hat sich die Einwohnerzahl Henglarns mehr als verdoppelt, neue Wohngebiete wurden angelegt. Viele Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten und aus dem Ruhrgebiet fanden in Henglarn eine neue Heimat. Der Ort hat heute ca. 1.000 Einwohner und ist seit der Auflösung des Amtes Atteln 1975 einer von 15 Ortsteilen der Stadt Lichtenau.

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